BBS Lingen Wirtschaft

Lernsituation 2 · Blöcke 5 & 6 – Ergebnisvergleich

Kaufleute im E-Commerce · 3. Ausbildungsjahr · Lernfeld 9 – Online-Vertriebskanäle auswählen · BBS Lingen Wirtschaft

Tastatur: A = alle aufdecken · Z = alles zuklappen · + / − = Schriftgröße (Beamer)

Rückblende · Woher die Ergebnisse stammen (Blöcke 3 & 4)

2 Minuten – nur bei Bedarf aufdecken

Euer Benchmark (M1) und der Shop-Kurzcheck (M2) – der gemeinsame Ausgangspunkt

Grundlage: AA 4 aus Block 3 · AA 5 aus Block 4

Kriterium (0–3 Punkte)BergWelt24Emsland OutdoorTrailKing
Sortiment & Produktdarstellung312
Benutzerführung & Usability323
Mobile Darstellung / Responsive Design303
Zahlungsarten (Auswahl & Sicherheit)312
Versand & Lieferoptionen312
Vertrauen & Trust-Signale312
Service & Kontakt231
Sichtbarkeit & Auffindbarkeit312
Summe (max. 24)231017

Abweichungen um ±1 Punkt sind vertretbar, solange die Begründung am Steckbrief hängt. Reihenfolge: 1. BergWelt24 (23) · 2. TrailKing (17) · 3. Emsland Outdoor (10).

WettbewerberGrößte StärkeGrößte Schwäche
BergWelt24Technisch und inhaltlich durchgehend stark (Sortiment, Zahlung, Trust, Reichweite)Wirkt austauschbar und stark preisgetrieben
TrailKingModernes Design, konsequent mobil optimiertEingeschränkte Zahlungsarten, träger Kundenservice
Emsland OutdoorPersönlicher Service und RegionalitätTechnisch abgehängt (nicht mobil optimiert), kaum sichtbar
Kernsatz aus Block 3: Höchste Punktzahl ≠ beste Wahl für jede Zielgruppe. Wer persönliche Beratung sucht, ist bei Emsland Outdoor besser aufgehoben als beim Punktsieger – genau deshalb reicht eine Punktsumme für eine Kanalentscheidung nicht aus.
Aus Block 4 · eigener Shop (M2) Typischer Anfangsstand: Zahlungsart und Versand fehlen noch, Trust-Signale und Sichtbarkeit sind offen; mobil ist der Shop durch das Astra-Theme bereits in Ordnung. Prio 1: Zahlungsart aktivieren (ohne sie ist gar kein Kaufabschluss möglich) · Prio 2: Versandkosten und -zeiten hinterlegen.

Block 5 · Arbeitsauftrag 6 – Best Practices & Handlungsempfehlung

Gruppenarbeit

a) Mindestens drei Best Practices: Was machen die stärkeren Wettbewerber konkret besser?

Grundlage: euer Benchmark aus Block 3 (M1)

Best PracticeVorbildWas macht er konkret besser?
Viele Zahlungsarten + Trust-SignaleBergWelt24Alle gängigen Zahlarten inkl. Rechnung, sichtbares Gütesiegel, durchgängiges https
Starke, vollständige ProduktdarstellungBergWelt24Bildergalerie aus mehreren Perspektiven, Videos, tausende Bewertungen
Konsequente MobiloptimierungTrailKingSeite durchgehend für Smartphone optimiert, lädt schnell
Social Commerce / Community-ReichweiteTrailKingInstagram-Shop erlaubt den Kauf direkt aus dem sozialen Netzwerk
Persönlicher, sichtbarer ServiceEmsland OutdoorEchte Beratung per Telefon/E-Mail schafft Vertrauen trotz schwacher Technik

Drei der fünf genügen. Im Gespräch kurz abfragen, welche drei die Gruppen gewählt haben – die Auswahl selbst ist schon eine Begründung.

b) Handlungsempfehlung an die Geschäftsleitung: Welche drei Verbesserungen sollte NORDLICHT zuerst angehen?

Grundlage: euer Benchmark aus Block 3 (M1)

PrioMaßnahmeBegründung
1Online-Auftritt mobil optimieren, Ladezeit verbessernGrößte technische Schwachstelle gegenüber BergWelt24 und TrailKing; betrifft die Mehrheit der Zugriffe
2Trust-Signale und Zahlungsarten ausbauenDirekter Hebel gegen Kaufabbrüche kurz vor Vertragsschluss
3Sichtbarkeit über SEO/Social stärkenOhne Auffindbarkeit wirken alle anderen Verbesserungen nicht

Andere Reihenfolgen sind vertretbar, wenn die Begründung trägt. Entscheidend ist das Prinzip: erst die Grundlagen (Technik, Zahlung), dann Vertrauen, dann Reichweite.

Plusc) Verknüpfung mit LS 1: Welche Best Practice spricht dafür, zusätzliche Kanäle aufzubauen?

Grundlage: euer Benchmark aus Block 3 (M1) · Ergebnisse aus LS 1

Kernsatz: TrailKings Reichweite über Social Media und BergWelt24s Marktplatzstärke zeigen: NORDLICHT sollte nicht nur den eigenen Shop verbessern, sondern zusätzliche Kanäle wie Social Commerce oder einen Marktplatz aufbauen – das knüpft direkt an den Kanal-Engpass aus LS 1 an.

Block 6 · Arbeitsauftrag 7 – Qualitätscheck & Kernbotschaft

Partnerarbeit

a) Checkliste durchgehen – ist euer Handlungsergebnis vollständig?

Grundlage: eure Ergebnisse (Benchmark M1 & Shop-Kurzcheck M2)

Zum Abhaken im Plenum antippen. Fehlende Stellen sofort ergänzen.

  • Alle drei Wettbewerber in allen acht Kriterien bewertetTypische Lücke: einzelne Kriterien – oft „Service“ oder „Sichtbarkeit“ – bleiben leer
  • Punkte anhand der Steckbriefe nachvollziehbarTypische Lücke: Punkte „nach Gefühl“, ohne Beleg aus dem Text
  • Stärken und Schwächen je Wettbewerber benanntTypische Lücke: nur für den Sieger ausgefüllt
  • Mindestens drei Best Practices + begründete EmpfehlungTypische Lücke: Empfehlung ohne Begründung oder zu allgemein
  • Eigener Shop-Kurzcheck (M2) vollständig ausgefülltTypische Lücke: die Spalte „nächster Schritt“ fehlt

b) Kernbotschaft in einem Satz: Welche Best Practice sollte NORDLICHT als Erstes übernehmen?

Beispiel-Antwort „NORDLICHT sollte als Erstes die konsequente Mobiloptimierung von TrailKing übernehmen, weil der Großteil der Zugriffe über das Smartphone läuft und NORDLICHT hier im Benchmark am deutlichsten zurückliegt.“

Ebenfalls gut vertretbar: Trust-Signale und Zahlungsarten von BergWelt24 (senken Kaufabbrüche direkt vor Vertragsschluss) oder der persönliche Service von Emsland Outdoor (günstig umzusetzen, wirkt sofort).

Plusc) Transfer in einem Satz: Was nehmt ihr aus dem Konkurrenzvergleich für euren eigenen Shop mit?

Beispiel-Antwort „Ich habe gesehen, dass in meinem Shop noch keine Zahlungsart eingerichtet ist – der Vergleich zeigt mir, dass ich erst die Grundlagen (Zahlung, Versand) und danach Vertrauen und Sichtbarkeit aufbauen sollte.“

Ein Satz pro Person im Blitzlicht genügt – die inhaltliche Sicherung ist mit Block 5 bereits erfolgt.

Damit ist Lernsituation 2 abgeschlossen – weiter mit Lernsituation 3

Ihr wisst jetzt, was einen starken Online-Auftritt ausmacht und wo NORDLICHT im Vergleich zum Wettbewerb steht. Für die eigentliche Frage des Lernfeldes – welche Vertriebskanäle NORDLICHT künftig bespielen soll – fehlt aber noch ein entscheidender Baustein: Ein Kanal ist nie „gut“ oder „schlecht“ an sich, sondern immer nur gut für bestimmte Menschen. Wer über TikTok kauft, ist selten dieselbe Person, die zum Telefon greift.

In Lernsituation 3 rückt deshalb die Zielgruppe in den Mittelpunkt: Ihr wertet einen echten Kundendatenauszug aus, bildet daraus tragfähige Segmente und entwickelt Personas. Genau diese Personas sind später der Maßstab, an dem die Kanalentscheidung gemessen wird.