Die Marketing-Ist-Analyse vergleichenEure Ergebnisse werden sich unterscheiden. Geprüft wird nicht der Wortlaut, sondern: belegt? · schlüssig? · entscheidbar?
Aussage zur bezahlten Werbung – Gewinnbeitrag im Monat: Facebook −240 €, Google +285 € bei 760 € Werbekosten.
Auch richtig
Welche Kennzahl als Beleg dient – am Newsletter: 6 % Kauf-Konversion, 1,43 € Kosten je Bestellung oder +2.670 € Gewinnbeitrag/Monat.
Instagram als Reichweitenkanal (2.500 Besuche/Monat) statt als schwachen Kanal (1,0 % Kauf-Konversion, nur 25 Bestellungen).
Knappe Fassung mit den drei wichtigsten Kanälen: Stammkundschaft +4.940 €, SEO +3.840 €, Newsletter +2.670 € Gewinnbeitrag/Monat.
Stolpersteine
Aussagen ohne Zahl („läuft nicht gut“) statt: Kauf-Konversion gesamt nur 2,2 % (234 Bestellungen bei 10.450 Besuchen).
Alle sechs Kanäle abgeschrieben, statt die drei entscheidenden Werte herauszufiltern.
Schon hier bewerten („Facebook muss weg“) – die −240 € gehören hier nur als Fakt hin.
Musterlösung – so kann der Abschnitt lauten
„URBANROOTS verkauft überwiegend online: 176.000 € Jahresumsatz, das Wachstum stagniert bei +1,1 %. Stärkste Kanäle sind die Stammkundschaft (4 % Kauf-Konversion) und der Newsletter (6 % Kauf-Konversion, 1,43 € Marketing-Kosten je Bestellung); die organische Suche liefert viel Besuchsverkehr bei nur 2 % Kauf-Konversion; die bezahlte Werbung ist teuer und kaum rentabel.“
Nachfrage: Nur eine Zahl für Mara & Timo – welche? Antwort: Facebook −240 € Gewinnbeitrag im Monat – dort fließt Geld ab, das woanders sofort Umsatz bringt (alternativ die Kauf-Konversion: Newsletter 6 % gegen Facebook 0,7 %).
Abschnitt 2Stärken & Schwächen
Muss drin sein
Je mindestens zwei Stärken und Schwächen – jede mit Kennzahl (z. B. 6 % Kauf-Konversion, −240 € Gewinnbeitrag/Monat).
Schwächen: Facebook −240 € Gewinnbeitrag/Monat, Besuche aus der Suche verpuffen (3.200 Besuche/Monat, nur 2 % Kauf-Konversion), kein System im Marketing.
Innen ≠ außen: der wachsende Urban-Gardening-Trend und die finanzstarke Konkurrenz sind Chancen und Risiken, keine Stärken oder Schwächen.
Auch richtig
Google Ads als Schwäche oder als grenzwertig (+285 € Gewinnbeitrag/Monat, aber 40 € Kosten je Bestellung bei ca. 55 € Warenkorb).
Instagram gleichzeitig als Stärke (2.500 Besuche/Monat) und als Schwäche (1,0 % Kauf-Konversion, 25 Bestellungen).
Stolpersteine
Stärken/Schwächen ohne Kennzahl („Newsletter läuft gut“ statt 6 % Kauf-Konversion bei 1,43 € je Bestellung).
Chancen/Risiken in der Stärken-Spalte (z. B. „Nachhaltigkeitstrend“ oder „steigende Klickpreise“).
Acht Punkte je Spalte statt zwei bis drei – keine Priorisierung erkennbar.
Musterlösung – so kann der Abschnitt lauten
„Stärken: treue Stammkundschaft, sehr effizienter Newsletter, hohe Instagram-Reichweite. Schwächen: unrentable bezahlte Werbung (Facebook −240 € Gewinnbeitrag im Monat), schwache Kauf-Konversion in Suche und Shop (3.200 Besuche im Monat, davon kaufen nur 2 %), kein systematisches Marketing.“
Nachfrage: Welche Schwäche kostet Geld, welche verschenkt Potenzial? Antwort: Geld kostet Facebook (−240 € Gewinnbeitrag im Monat), Potenzial verschenkt die organische Suche – 3.200 kostenlose Besuche im Monat, von denen 98 % nicht kaufen.
Abschnitt 3Wettbewerbsvergleich
Muss drin sein
Punktstand 12 von 21 Punkten, Spitzenreiter GrüneOase24 mit 18 Punkten.
Rückstand bei Auffindbarkeit bei Google und Content (je 1 von 3 möglichen Punkten, GrüneOase24 je 3).
Mindestens eine übernehmbare Best Practice mit Begründung: Ratgeber-Content/SEO von GrüneOase24 (3 statt 1 Punkt), Social/Influencer von PlantBae (3 Punkte Reichweite), Newsletter-Aktionen von GrüneOase24 (3 zu 2 Punkten).
Auch richtig
Punktwerte ±1 bis 2 Punkte je Kriterium, wenn begründet – entscheidend sind Rangfolge und Rückstandsfelder.
StadtDschungel (10 Punkte, reiner Lokalfokus) als „passt nicht zu uns“ aussortieren.
Stolpersteine
„Alles nachmachen wie GrüneOase24 (18 Punkte)“ ohne Passungsprüfung.
Rückstand bei SEO und Content (je 1 Punkt) benannt, aber kein Handlungsfeld daraus abgeleitet.
Vergleich ohne Kriterien („die sind einfach besser“) statt mit den sieben Kriterien à 0–3 Punkten.
Musterlösung – so kann der Abschnitt lauten
„Im Benchmark erreicht URBANROOTS nur 12 von 21 Benchmark-Punkten, GrüneOase24 18 Punkte. Klar unterlegen sind wir bei der Auffindbarkeit über Google und beim Content. Übernehmbar sind der Ratgeber-Content mit SEO (GrüneOase24), der Social-/Influencer-Ansatz (PlantBae) und der starke Newsletter mit Aktionen (GrüneOase24).“
Nachfrage: Sollen wir werden wie GrüneOase24? Antwort: Nein – bei SEO und Content aufholen, aber mit den eigenen Stärken punkten: einen so starken Newsletter und so treue Stammkundschaft hat GrüneOase24 nicht.
Abschnitt 4Handlungsfelder & Priorität – hier gehen die Ergebnisse auseinander
Muss drin sein
Drei bis vier Handlungsfelder, keine Einzelmaßnahmen.
Bezahlte Werbung überarbeiten (Wirkung hoch / Aufwand niedrig → Quick Win, 640 €/Monat frei); Newsletter & Bestandskunden (hoch/niedrig → Quick Win, 800 Abos bei 6 % Kauf-Konversion); SEO und Shop-Konversion (hoch/hoch → mittelfristig, 3.200 Besuche/Monat bei nur 2 %).
Priorität über Wirkung und Aufwand begründet.
Auch richtig
Newsletter zuerst oder Facebook-Stopp zuerst (spart sofort 640 € Werbebudget im Monat) – beide Begründungen tragen.
Social Media als viertes Handlungsfeld (2.500 Instagram-Besuche/Monat bei 1,0 % Kauf-Konversion).
SEO zuerst nur, wenn der laufende Verlust von 240 €/Monat parallel gestoppt wird – SEO wirkt erst nach Monaten.
Stolpersteine
Maßnahmen als Handlungsfeld getarnt („Instagram-Post posten“ statt „Social Media strategisch nutzen“).
Alle drei bis vier Felder haben „hohe Priorität“ – dann ist nichts priorisiert.
Nur SEO, ohne Facebook anzufassen – die −240 €/Monat laufen weiter.
Musterlösung – so kann der Abschnitt lauten
„(1) Bestandskundenbindung und Newsletter ausbauen – hohe Wirkung bei geringem Aufwand, also Quick Win. (2) Bezahlte Werbung überarbeiten, Facebook stoppen – wirkt sofort. (3) Sichtbarkeit über SEO und die Shop-Konversion verbessern – hohe Wirkung, aber mittelfristig. Als viertes Feld: Social Media strategisch nutzen.“
Nachfrage: Ein Monat, 500 € – was zuerst? Antwort: Facebook stoppen (kostet nichts, spart 640 € Budget im Monat) und das Geld in den Newsletter stecken – höchste Kauf-Konversion bei 1,43 € Kosten je Bestellung. SEO parallel starten, es wirkt erst später.
Abschnitt 5Ziele
Muss drin sein
Oberziel: Jahresumsatz in 12 Monaten um 20 % steigern – von 176.000 € auf 211.000 €.
Zwei Unterziele mit Ausgangswert, Zielwert, Frist: Newsletter-Abos 800 → 1.500 in 6 Monaten; organische Besuche 3.200 → 4.800 im Monat; Kauf-Konversion 2 % → 3 %.
Unterziele zahlen erkennbar auf das Oberziel ein: mehr Abos und mehr Besuche → mehr Bestellungen → +35.000 € Jahresumsatz.
Auch richtig
Andere Zielwerte mit Baseline, Frist und Begründung (z. B. 800 → 1.200 Abos statt 1.500).
Psychografische Ziele, wenn messbar (Newsletter-Öffnungsrate ≥ 30 %, Zahl der Bewertungen).
Ziele zu einem anderen Handlungsfeld, wenn es die eigene Priorität ist (z. B. Google-Ads-Kosten je Bestellung von 40 € auf 25 € senken).
Stolpersteine
Kein Ausgangswert („mehr Abos“) → nicht messbar; die Baseline sind 800 Abos.
„Mehr Umsatz“, „besser gefunden werden“.
800 → 2.000 Newsletter-Abos (+150 %) ohne kritische Einordnung.
Maßnahme als Ziel („weniger Facebook-Ads schalten“) statt: Kosten je Bestellung unter 20 €.
Musterlösung – so kann der Abschnitt lauten
„Oberziel: den Online-Umsatz in 12 Monaten um 20 % von 176.000 € auf 211.000 € steigern. Unterziele: die Newsletter-Abos in 6 Monaten von 800 auf 1.500 erhöhen und den organischen Traffic in 12 Monaten um 50 % steigern (3.200 → 4.800 Besuche im Monat).“
Nachfrage: Woran merken Mara & Timo den Erfolg? Antwort: An den Ausgangswerten – Newsletter-Abos 800 → 1.500 nach 6 Monaten, organische Besuche 3.200 → 4.800 im Monat, Jahresumsatz 176.000 € → 211.000 € nach 12 Monaten.
Abschnitt 6Empfehlung an die Geschäftsführung
Muss drin sein
Eine klare, entscheidbare Kernaussage – keine Liste von Möglichkeiten.
Mindestens eine Zahl als Beleg (z. B. −240 €/Monat oder 6 % Kauf-Konversion).
Beispiel: Facebook-Budget stoppen (640 €/Monat frei), in Newsletter und SEO-Content umschichten, Start mit dem Newsletter als Quick Win.
Auch richtig
Jede andere Empfehlung, die zu den eigenen Abschnitten 4 und 5 passt – Konsistenz ist der Maßstab.
Mit oder ohne Zeitplan – ein Zeitplan ist ein Plus (z. B. Newsletter ab sofort, SEO-Content ab Monat 2).
Stolpersteine
Empfehlung widerspricht den eigenen Zahlen („Facebook-Budget erhöhen“, obwohl der Kanal −240 €/Monat macht).
„Man könnte …“ – keine Entscheidung.
Kein Bezug zu den eigenen Zielen (+20 % Jahresumsatz, 1.500 Abos).
Musterlösung – so kann der Abschnitt lauten
„Wir empfehlen, das unrentable Facebook-Budget sofort zu stoppen und in Newsletter und SEO-Content umzuschichten. Wir starten mit dem Newsletter-Ausbau als Quick Win und beginnen parallel die SEO-Arbeit – Ziel ist +20 % Jahresumsatz in 12 Monaten.“
Nachfrage: Mara hat 30 Sekunden – was sagt ihr? Antwort: „Facebook-Ads stoppen, das Geld in Newsletter und SEO – damit holen wir +20 % Jahresumsatz in 12 Monaten.“
Kurzcheck vor der Abgabe
Vollständig? Alle sechs Abschnitte gefüllt · Belegt? jede Kernaussage mit Zahl
Priorisiert? Quick Win begründet · Schlüssig? Empfehlung folgt aus Abschnitt 4 und 5
Lücken jetzt direkt ergänzen – danach geht die Analyse als Handlungsergebnis in IServ ab.
Studienrat Gert Niehaus, M. Ed. · Lernfeld 7 · LS 1 · Block 6 · Arbeitsauftrag 1